Harald Keilhack bei der Deutschen Schnellschach-Meisterschaft in Bad Lauterberg/Har(t)z

Das schöne Städtchen Bad Lauterberg im Harz ist ein traditionsreicher Ausrichter bedeutender Schachturniere: 1977 fand hier ein GM-Turnier mit Karpow, Hübner, Andersson, Miles, Gligoric etc. statt; 1980 das Kandidatenmatch Hübner - Adorjan; dazu diverse Deutsche Meisterschaften.

Mit entsprechenden Erwartungen an ein repräsentatives Ereignis fuhr ich somit hin, nach den Pleiten zuletzt bei den Mannschaftsblitzmeisterschaften (zu kleine + wackelige Volksfesttische in Bad Godesberg, chronisch klemmende Uhren in Wattenscheid, etc.).

Leider setzt man in Bad Lauterberg inzwischen andere Akzente, nämlich Kosten sparen: Es wurde konsequent an allem gespart, am Licht (! - Deutschland muß das Weltklima retten), am Spielmaterial, am Papier (nirgendwo Ergebnisausdrucke/-aushänge, außer ganz zum Schluß), keine Freigetränke (wie sonst auf "Deutschen" üblich), an der Pressearbeit/Reklame vor Ort. Nichts, null, niente. Die gemütlichen Dorfbewohner "ahnten" nichts von der Veranstaltung. Zuschauer, abgesehen von Angehörigen, = Null.

So konnte dann ein Kind einer Teilnehmerin (parallel spielten die Damen) ungestört von irgendwelchen Hindernissen während des ganzen Turniers seine Trainingseinheiten im Dauerlauf im Spielsaal absolvieren. Sedierendes Dämmerlicht war das nächste Ärgernis. Ok, die Uhren waren in Ordnung, aber Bretter und Planen. Bei den Frauen und bis Tisch 7 Herren ok, durchschnittliches Plastikzeuchs, dann ging's los: Zum Teil stark verschmutzte Planen; Figuren mit unterschiedlichem Design Marke "Restposten aus der Kruschtelkiste", die meisten klar untergewichtig (so 60er-Jahre-Typ), unförmiges Design, zwischendurch an Tisch 14 ein viel zu großer Satz (gemessen an der Brettgröße). Uneinheitliche Spielsätze mit angenagten Figuren und einzelnen Steinen, die ursprünglich aus anderen Sätzen stammten. Alles Niveau "Schulschach", nicht Deutsche Meisterschaft, da liegen Welten dazwischen, das Schnellturnier beim Bezirksligisten Ammerbuch war in jeder Hinsicht besser und auch viel liebevoller organisiert!

Besonders machte mir, in Tateinheit mit dem Schummerlicht, die Kontrastarmut einiger ausgebleichter (Schwarz) bzw. eingegilbter (Weiß) Sätze zu schaffen. Ein Affront gegenüber (Amateur-)Spielern, die viel zeitlichen und finanziellen Aufwand hereinstecken.

Ach ja, die Unterkünfte. 60 Euro "Zuschuß" der Landesverbände gibt es hierfür. Dafür brachte der Veranstalter die Spieler in einer Pension unter, die regulär (also ohne durchaus mögliches Aushandeln von Rabatten) 23 Euro kostet. Ich roch den Braten und suchte mir selber was, zumal ich mehr als eine Nacht dableiben wollte und erhielt immerhin 30 Euro (= 50% von dem, was der Veranstalter für mich einstrich) ausbezahlt. 52 Teilnehmer bei Damen + Herren, mal eingespart Euro ... pro Nase ... kann jeder selbst ausrechnen. Wohlgemerkt, für das samstägliche Abendessen gab es nochmal einen Extrazuschuß, Freigetränke Fehlanzeige, über einen möglichen weiteren Organsisationskostenzuschuß (für Porto bzw. "Email") weiß ich nichts.

Zum sportlichen Geschehen

Runde 1 bescherte mir Marcel Becker, Elo 2370 und NRW-Schnellschachmeister mit 8,5 aus 9, vor Podzielny. Die Vorbereitung zeigte, daß er ein stark technisch orientierter Spieler ist. Demgemäß verhunzte ich die Eröffnung mit Schwarz in einer Weise, daß er mich im Angriff hätte umhauen müssen. Das tat er auch zunächst, blieb dann jedoch auf halbem Wege stehen und sicherte sich mit gezielten Rückzügen ein Turmendspiel mit Mehrbauern. Ok, für einen Menschen ist nicht immer alles leicht durchzurechnen (habe im Internet wohl gegen zuviel Computerbetrüger gespielt, die einen dann nicht mehr lange leben lassen ...), und da spielt's so mancher "pragmatisch".

Im Turmendspiel lasse ich mir aber nichts mehr vormachen wie schon gegen IM Rau bei der "Württembergischen" hielt ich ein theoretisches Remisendspiel mit Minusbauer auch praktisch problemlos.

Allerdings spürte ich nach dieser Abwehrschlacht auch schon erste Verschleißerscheinungen; zwar war die Toughness da, aber alle 11 Partien würde das nicht so gehen. Mußte es auch nicht, glücklicherweise.

Runde 2 bescherte dann einen vermeintlichen Außenseiter, Sfr Heerd, DWZ 2053 und Elo gar nur 2043; hatte auch in der 1. Runde gegen einen klar Stärkeren remis gemacht. Schon bald wurde klar, daß der junge Mann flott aufspielt, aber doch keinen so großen Sinn für positionelle Feinheiten hat. In einem "unorthodoxen" (sprich: eigentlich minderwertigen) Königsinder erreichte ich zwar geringen Vorteil, verpaßte es aber, eine klare Linie ins Geschehen zu bringen. In der zerfahrenen Partie bot ich dann im Mittelspiel mit etwas Zeitrückstand, aber "Läuferpaar", Remis an. Am Ende bestätigte sich das Wort "vermeintlich", Heerd holte 50%, allerdings mit miserabler Buchholz.

Runde 3 brachte, wieder mit Weiß, den Badenvertreter Schwalfenberg. Elo nur 2335, aber viel Erfahrung am 2. Brett 2. Liga, zwar Nachrücker für Buhmann, aber doch vor etlichen IMs bei der badischen Ausscheidung. Ein paar Worte zu den Zahlen - mir war klar, daß man bei Deutschen Meisterschaften nicht so leicht eine hohe "Performance" spielt. Alle (mit 2 Ausnahmen) hatte sich als Sieger oder Zweitplazierte eines Turniers mit 60-100 Teilnehmern qualifiziert, oftmals dabei nominell Stärkere hinter sich gelassen. Die Chance, auf Eingerostete/Überbewertete zu treffen praktisch = 0. Zwar waren nicht alle die großen spielerischen Lichter, aber alle waren in den zeitknappen Schlußphasen nervenstark und zockhart. Eigenschaften, die man auch von guten IMs im Schnellschach nicht immer erwarten darf.

Wie erwartet Slawisch/Meraner, aber mit einer Zugumstellung bluffte er mich und legte erneut offen, daß Slawisch trotz einiger Arbeit eine Achillesferse bei mir bleibt. Nichtsdestotrotz wollte ich es "prinzipiell" spielen, verschmähte eine Gelegenheit, eine sichere, (zunächst!) "unverlierbare" Standardstellung herbeizuführen, übersah einen in diesem Stellungstyp charakteristischen Kindertrick und stand nach 17-18 Zügen miserabel. Ok, es war knapp, ein schwächerer Zug von ihm, und ich wäre wieder im Match gewesen, das muß ihm auch klar gewesen sein, er schloß die Partie mit einer ganzen Serie energischer, auch nach Computeransicht fast perfekter Züge ab. Stark gespielt von ihm, aber ich hatte ihm die Gelegenheit gegeben. Am Ende hatte er denn auch starke 7 aus 11.

Mit 1 aus 3 ging's dann, an einem hinteren Brett (= praktisch "unbespielbaren Acker", Schrottfiguren), gegen IM Reschke. Auch so ein bekannter Zocker; hat ansonsten viel mehr Erfahrung als ich, das Schachverständnis ist jetzt nicht so furchterregend. Im 15. Zug (er spielt immer das gleiche ...) brachte ich mit Schwarz wie vorbereitet einen selteneren Zug, er reagierte prompt falsch, und ich stand gleich etwas bequemer. Allerdings wußte ich nicht so recht, was ich mit meiner guten Stellung anfangen sollte, zog ein bißchen umher, was den Vorteil hatte, ihn nun doch zu verzögerten Angriffsambitionen zu verleiten, welche man aber ebensogut als "freiwillige Schwächung" seiner Position interpretieren konnte. Nach einem kleinen Konter bot ich in Zug 27 remis an, ich stand gut, nach Computeransicht 0,3-0,4 Bauerneinheiten besser. Wissend, daß er nicht gut gespielt hat, nahm Reschke an.

In Runde 5 kam dann Veit Godoj, ein Berliner Schachfreund mit DWZ 1999, der sich wohl dadurch zur Teilnahme empfohlen hatte, weil seine Lebensabschnittsgefährtin im Damenturnier dabei war. Meinen (noch! - letzte Runde) geliebten Königsinder behandelte er mehr viert- als zweitklassig. Aber selbst dann hat man noch ewig Schein- und Schwindelchancen am Königsflügel, die an Bedenkzeit und Nerven zehren. Letztlich gelang mir aber, die Drohungen entscheidend abzuschütteln.

Mit Verlaub, der sympathische Sfr erschien mir dennoch auf einer "Deutschen" deplaziert. Auch wenn sich herausstellen sollte, daß es noch zwei Schwächere gab (allerdings nicht für mich als Gegner!).

2,5 aus 5 also, aber noch blieb das Ziel, gegen jemand zu gewinnen, der sich "richtig" für das Turnier qualifiziert hatte.

Zunächst stand freilich IM Margolin, Elo 2442, an. Einer der drei "Russen" bei dieser "deutschen" Meisterschaft. Es wurde Abend, der Rest von Tageslicht durch die oberen Fenster verabschiedete sich, es blieb Schummelbeleuchtung bei einem Figurensatz mit ausgebleichtem, klobigen anno-1960-Design. Ertappte mich dauernd während der Partie am Blinzeln; natürlich denkbar miese Voraussetzungen für ein Spiel gegen einen routinierten Meister.

Die Eröffnung behandelte er mit Weiß eher harmlos. Über weite Strecken war das Spiel, auch nach Computeransicht, objektiv ausgeglichen, und ich bilde mir ein, daß ich die Stellung in einer Turnierpartie nicht abgegeben hätte. Vom praktischen Standpunkt her baute er freilich seine Figuren immer wieder um, zog unglaublich rasch (und natürlich sicher), beschäftigte mich. Alles ohne größeren Tiefgang, aber eben Schnellschach. In solchen Situationen muß man einfach gnadenlos alert sein, das war ich nicht mehr, das war mir auch klar. Nachdem es ca. zweimal gutging, mit "Beinahe-Einstellern" war es soweit, im späten Mittelspiel übersah ich, von der Tempohatz getrieben, eine kleine hübsche Wendung zum Materialgewinn. Er ist halt doch mehr mit den Schachfiguren und ihren konkreten Bewegungen innerlich verwachsen als ich.

2,5 aus 6 also am ersten Tag; nichts mit dem Tabellenende zu tun, aber auch mit "Problemen im Mittelfeld".

Die Auslosung gab's dann erst zum frühen Morgen, wo es dann, erneut mit Schwarz, gegen IM Womacka (Elo 2467) das nominell härteste Los gab. Der hatte sogar nur 2 Punkte und wirkte reichlich demoralisiert. Vor etlichen Jahren, unmittelbar nach der Wende (sächsisch war damals noch neu in den Turniersälen), hatte er mich in Baden-Baden schon mal in ein leichtes Remis entlassen. Er spielte, wie es schien, immer klassisches Scheveninger mit 6.Le2, und immer ohne den Zug a2-a4 (das ist so die Gretchenfrage, ob man das zieht oder sein läßt). Was kam? - Natürlich 6.Le2, aber kurz darauf a2-a4 ... Kurz darauf spielte er einen exqusiten Zug, dessen Existenz mir zwar bekannt, aber nicht geläufig war (auf Deutsch: In Patzerklassen spielt halt niemand so), und nach 1-2 mal nicht dem Besten von mir entstand eine Stellung mit der Datenbankbilanz "0 aus 14" für Schwarz. Nichts schlimmes, keinerlei grobe Fehler - und selbst bei bekannten Erffnungsfallen mit Qualitäts- oder Bauerngewinn gibt die Datenbank meist bloß 85-90% Erfolgsscore.

Wie auch immer, er machte auch nicht das Optimale aus der Sache, erledigte mit dem Manöver Dd1-h5 g7-g6 Dh5-e2 sogar meine Arbeit (ich wollte auch so, "freiwillig", ...g7-g6 spielen), und nach gut 20 Zügen hatte ich eine sehr bequeme, fast-ideal-Stellung und wußte, daß ich mir da so leicht nichts mehr würde vormachen lassen. Das sah er auch so und nahm im Depri-Wahn Remis an. Danach riß er sich anscheinend noch zusammen und holte noch 3,5/4.

Nächste Runde dann ein FM Hans-Georg Müller. Eine Damentausch-Variante der Modernen Verteidigung, ich stand wohl bequemer, kenne mich in solchen Stellungstypen aber nicht aus und weiß auch nicht, auf was man spielen soll: Ereignislos Remis und 3,5/8.

Als nächstes wieder Weiß und mit Matthias Limberg (Elo 2215, aber nur DWZ 2028) einer der als "schlagbar" ausgeguckten Gegner. Er hatte sich allerdings in dem starken Landesverband NRW qualifiziert, anscheinend durch einen Schlußrunden-Dameneinsteller von Podzielny. Der stand zum gleichen Zeitpunkt bei der Deutschen jetzt mit 7,5/8 und 2 Punkten Vorsprung schon als Sieger praktisch fest; spannend war nur dahinter der Kampf um die Plätze.

Zurück, mein "ultimatives Szenario" sah wenn möglich 4 aus 10 und dann zur Schlußrunde ein Sieg gegen den Saarland-Vertreter mit DWZ 1750 (anscheinend ein Funktionär!? - Leistungssportreferent des Saarlandes!) vor. Das Privileg der Schlußrunden-Begegnung mit dem Saarländer wurde dann freilich dem an Nr. 6 gesetzten IM Boidman zuteil, der ihm sein zweites Remis gönnte ...

So war klar, wenn ich gegen Limberg gewinne, war's das mit den schwachen Gegnern! Tatsächlich spielte er die Eröffnung reichlich ziellos, setzte dann zu einem unmotivierten Gegenangriff an, und plötzlich konnte ich - arbeitsschonend - sogar seine Dame überraschend fangen.

2 aus 3 am zweiten Tag, ohne richtig kämpfen zu müssen! Immerhin konnte Limberg Tobias Hirneise in einem harten Zock über die Zeit lupfen, davon kann ich wohl nur träumen ...

4,5 aus 9, in der Vorschlußrunde an Tisch 8 statt (wie erwartet) an Tisch 15 oder 16, wo grade die beiden Nieten gegen Leute mit minus 2 oder minus 3 spielten. Dummerweise gehörte Tisch 8 zu den übelsten Geläufen, mit einem stark "tandemgeschädigten" bunt zusammengewürfelten Figurensatz. Noch dazu fand ich den Gegner irgendwie nicht auf dem Vorbereitungs-Spickzettel ... muß kurzfristig ins Feld gerückt sein. Hochgelost war ich auch, er hatte 5 aus 9, vermeinte den Sfr Schöne als FM, war aber sogar IM mit schwacher Zahl (ausgedruckte Teilnehmer- und Ergebnislisten gab es nirgendwo! - nur einen wechselnd mit den Paarungen und Ständen bei den Damen belegten Overheadprojektor, der erhebliche Ansprüche an die Sehschärfe stellte).

Tja, und es kam tatsächlich eine Spezialität auf den Tisch, die ich vor 10-15 Jahren das letzte Mal analysiert hatte. Mit spezieller Gegnervorbereitung harmlos, aber ohne?! ... konnte mich an nix erinnern, die Uhr lief, irgendwo gab es da noch eine pflegeleichte Option, den Verwicklungen auszuweichen ... doch Mist, als diese mir einfiel, wäre sie beim Zug vorher gewesen.

So stand ich schon nach der Eröffnung knapp auf Verlust. Kämpferisch war die Leistung dann gut, er hatte offensichtlich auch keinen eingebauten Computerchip zum perfekten Abschluß von Gewinnstellungen. Ich stand noch 2-3 Mal dicht davor, wieder in die Partie zurückzukehren. So verlor ich dann nach 70-80 Zügen eine Partie, bei der die Weichen schon nach 11-12 Zügen falsch gestellt waren.

Trotz der weißen Steine war Tobias Hirneise dann für die Schlußrunde ein unangenehmer Gegner. Thomas Heinl, der kurzfristig zu seinen Gunsten abgesagt hätte, wäe mir ehrlich gesagt lieber gewesen. Natürlich stand Hirneise auch nicht auf meiner Vorbereitungsliste, mit dem von GM Lanka präparierten "Königsindisch spezial" war da auch was, was ich schon seit längerer Zeit mal einer tieferen Analyse unterziehen wollte - aber keine Zeit, ich mußte mich ja auf die "Deutsche" vorbereiten! (alles ziemlich originell, in dem speziellen Falle helfen weder Computer - verstehen den Stellungstyp nicht - noch Datenbanken).

So folgte ich einer - doch sehr oberflächlichen - Empfehlung von Golubew aus dessen (ansonsten guten) Königsindisch-Buch. Wieder der Fehler, prinzipiell zu spielen, der Kleine ist zwar taktisch und eröffnungstheoretisch super; mit "allgemeinem" Schach aber vielleicht noch nicht ganz soweit ... 1.g3 oder 1.Sc3 wäre in dieser Situation angezeigt gewesen.

Wie auch immer, bis Zug 25 verbrauchte er fast gar keine Zeit, und ich stand bereits mit dem Rücken zur Wand - vielleicht gerade noch spielbar, vielleicht auch nicht, und ohne einen offenkundigen Fehler gemacht zu haben. Hirneises taktische Umsetzung war dann auch recht eindrucksvoll, ich konnte zwar noch ein bißchen Scheindramatik aufs Brett stellen, aber nach gut 40 Zügen war's es dann - in einer Partie, in der ich, von der "taktischen Marschroute" abgesehen, gar nicht so viel falsch gemacht hatte. P.S. 6.10.: Gerade eben spielte ich in einer Internet-Bulletpartie (1 Minute) gegen GM Mark Hebden dieselben ersten 23(!) Züge, dann spielte er etwas schwächer als Hirneise, und ich konnte obsiegen; er revanchierte sich anschließend freilich furchtbar. Offenbar ist der ganze spezielle Aufmarschplan, Büchern und Datenbanken unbekannt, in GM-Kreisen bereits "kalter Kaffee".

Am Ende war es dann, mit 4,5/11 und langem Kontakt zum Mittelfeld, doch nur Rang 27 von 32 Spielern. Meines Erachtens 3-4 Plätze unter Wert, meine Buchholz war exakt 50%, und vor mir lagen mit 5 und auch 5,5 Punkten einige Spieler, die Tonnen Buchholz weniger hatten (5,5 Buchholzpunkte entsprechen bei 11 Runden m.E. einem halben Punkt). Die beiden Looser am Tabellenende machten es möglich, ich hatte sie als praktisch einziger aus der 2. Tabellenhälfte nicht (nur den Drittletzten, aber auch 5 von den ersten 13).

So war das sportliche Fazit dann doch gemischt. Es fehlt von allem - nur - etwas; die sportliche Härte + Konzentrationsfähigkeit auch bei langer Spielzeit und mäßigen Bedingungen, die relative Schwäche in bestimmten Stellungstypen, die Lahmarschigkeit (verglichen insbesondere mit Jugendlichen und "Russen") im konkreten Spiel, nicht zuletzt in manchen Situationen das Selbstvertrauen. Aber irgendwie summiert sich das auf ein paar halbe Punkte, die zum vorderen Mittelfeld fehlen. Welches rein schachlich doch nicht "so" aus der Reichweite ist.

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